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Ist die private Krankenversicherung auch im Alter noch bezahlbar?

Posted in Krankenversicherung by finore on the February 28th, 2010

Viele Menschen entscheiden sich gegen die private Krankenversicherung, weil sie davon ausgehen, dass die Beiträge im Alter unerträglich hoch werden.

Tatsächlich gibt es überall Beitragssteigerungen. Das ist im Bereich der Personenversicherungen und besonders in der Krankenversicherung so gut wie unvermeidbar. In der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erhöhen sich die Beiträge langfristig sehr stark und auch in der privaten Krankenversicherung (PKV) gibt es Beitragssteigerungen. Letztendlich ist entscheidend, was unternommen werden kann, damit die erhöhte Beitragslast das Auskommen im Ruhestand nicht zu sehr beeinträchtigt.

In der PKV gibt es hierfür sogenannte Altersrückstellungen. Ein privat Krankenversicherter zahlt also in jungen Jahren einen höheren Beitrag; hierin enthalten sind Rückstellungen für das Alter, welche dazu dienen, die Beitragslast im Alter zur reduzieren. Das ist auch der Grund, warum man sich zuletzt mit 55 Jahren privat krankenversichern lassen kann. Denn ab diesem Alter ist es nicht mehr möglich, genug Altersrückstellungen zu bilden.

In der gesetzlichen Krankenversicherung gibt es solche Rückstellungen nicht. Zudem besteht ein Problem der Finanzierung dieser Sozialversicherung. Die gesetzliche Krankenversicherung funktioniert nach dem Solidaritätsprinzip und der Umlagefinanzierung. So werden die heute eingezahlten Beiträge zum Ausgleich der aktuellen Krankheitskosten aller Versicherten ausgegeben. Was sich zunächst fair anhört, wird zum großen Problem, wenn man die Bevölkerungsentwicklung betrachtet. Demnach steigt die Lebenserwartung weiter, gleichzeitig sinkt jedoch die Geburtenrate seit Jahren. Das hat zur Folge, dass immer weniger Beitragszahlern immer mehr ältere Versicherte gegenüberstehen. Je älter Menschen werden, desto höher fallen die Krankheitskosten aus. Somit kommt weniger ein, als ausgegeben wird. Weil dies dauerhaft nicht funktioniert, muss man entweder mehr einnehmen oder aber weniger ausgeben – am besten beides zugleich. Somit ergibt sich die Konsequenz, dass seit vielen Jahren die Beiträge in der GKV erhöht und die Leistungen gekürzt werden.

Inzwischen ist keine optimale medizinische Versorgung der gesetzlich versicherten Bevölkerung (80%) mehr gewährleistet. Das ist nur noch in der privaten Krankenversicherung der Fall. Wer jedoch die Voraussetzungen hierfür nicht erfüllt, darf auch nicht in die PKV wechseln. Das betrifft leider die meisten deutschen Arbeitnehmer. Ihr Gehalt übersteigt die Versicherungspflichtgrenze (auch Jahresarbeitsentgeltgrenze) nicht und so dürfen sie der Gesetzlichen auch nicht den Rücken kehren. Ihnen bleibt dann nur die Wahl einer Krankenzusatzversicherung, um individuell Leistungslücken der gesetzlichen Krankenversicherung zu schließen. In der Addition kommt hier jedoch auch einiges zusammen, weshalb nicht gesagt werden kann, dass ein Wechsel in die private Krankenversicherung – sofern möglich – unterm Strich nicht doch günstiger ist.

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