Die Deutschen beäugen sie offenbar sehr kritisch: die private Krankenversicherung (PKV). Das fand eine Untersuchung des Institutes für Demoskopie Allensbach heraus.
Verständlicherweise sorgt die Ungleichbehandlung von Kassen- und Privatpatienten für Unmut unter der zu rund 80 Prozent gesetzlich krankenversicherten Bevölkerung. Sie bekommen eher einen Termin, werden herzlicher willkommen, haben mancherorts sogar einen Luxus-Wartebereich, erhalten die besseren Präparate, müssen keine Praxisgebühr zahlen und so weiter.
Während es Otto Normalverbraucher langsam vorkommt, als gehöre er zum ordinären Fußvolk, dem nur Beachtung geschenkt wird, wenn er zusammengebrochen am Boden liegt, bemühen sich die Arzt-Praxen, diejenigen zu umschmeicheln, die letztlich das Geld in die Kasse bringen. Das liegt unter anderem an der Budgetierung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), die den Ärzten die Behandlung ihrer Kassenpatienten ungemein erschwert. Wenn das Budget erschöpft ist, so muss der Arzt alle weiteren Leistungen aus seiner eigenen Tasche finanzieren.
Im MLP Gesundheitsreport des Institutes für Demoskopie Allensbach wurden die Haltung der Befragten zur GKV und PKV veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass die meisten (58 Prozent) überhaupt gar keinen Wechsel in die private Krankenversicherung wollen würden. Die Fragestellung lautete „Würden Sie gern (ausschließlich) auf eine private Krankenversicherung umsteigen? (…) unabhängig davon, ob es in Ihrem Fall gesetzlich möglich ist oder nicht.“
Dieses Ergebnis zeigt, dass die Mehrheit der Befragten trotz Vorhandensein einer besseren Versorgung in der privaten Krankenversicherung, nicht in selbige wechseln würden, wenn sie könnten. Nur 22 Prozent würden den Wechsel in die Private vollziehen wollen.

comment closed