Studie zur Vergabe von Arzt-Terminen
Es ist unfassbar. Eine aktuelle Studie hat untersucht, wie lange gesetzlich und privat Krankenversicherte auf einen Termin beim Arzt warten. Das Ergebnis bestätigt wohl alle, die an das Vorhandensein einer 2-Klassen-Medizin glaubten.
Der BKK-Bundesverband hat die Wartezeiten auf einen Arzttermin bei Versicherten der privaten Krankenversicherung (PKV) und der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ausgewertet und hat erschütterndes festgestellt.
Tatsächlich warten Kassenpatienten wesentlich länger auf einem Termin bei ihrem niedergelassenen Arzt, als es Privatpatienten müssen. Die Studie hat unterschieden zwischen Terminen bei akuten und nicht akuten Beschwerden. In einem akuten Fall erhält der Kassenpatient im Durchschnitt erst in der kommenden Woche einen Termin, während der Privatpatient bereits in der laufenden Woche untergebracht wird. Nach der Studie warten Mitglieder einer Krankenkasse durchschnittlich genau acht Tage. Wer in der privaten Krankenversicherung ist, wartet nur 3 Tage.
Bei Terminen wie Kontrollbesuchen oder Nachsorge-Terminen, bei denen keine akuten Beschwerden (mehr) vorliegen, dauert es noch länger. Hier wartet der gesetzlich Krankenversicherte fast einen Monat (26 Tage), während der privat Versicherte sich nur 12 Tage gedulden muss.