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Mit der privaten Krankenversicherung erstklassig versorgt?

Posted in Krankenversicherung by finore on the October 12th, 2009

Über die sogenannte 2-Klassen-Medizin wird viel gesprochen. Aber was ist wirklich dran an der Behauptung, dass so viele Bürger unseres Landes eine schlechtere Behandlung erhalten?

Rund 80 Prozent der Deutschen sind gesetzlich krankenversichert, die übrigen sind in der privaten Krankenversicherung (PKV). Aufgrund eines nennenswerten Finanzierungsproblems musste die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) Leistungen kürzen und Beiträge erhöhen. Das verärgert verständlicherweise die Versicherten. Weil der Leistungskatalog einer privaten Krankenversicherung sehr viel größer ist, aber auch weil die vertraglich vereinbarten Leistungen der Versicherung sich nicht verringern können, ist eine bessere Versorgung der privat Versicherten bereits gewährleistet.

Noch dazu kommt ein Finanzierungsproblem bei den Ärzten. Ihnen sind seitens der Kassenärztlichen Vereinigungen Budgets auferlegt, deren Überziehung der Arzt aus seiner eigenen Tasche zahlen muss. Ärzte müssen gut haushalten, was jedoch nicht einfach ist, weil zum einen Einnahmen und Ausgaben nicht wie in einem Unternehmen vorhergesagt werden können und zum anderen, weil ein Arzt ein Minus durch Mehrarbeit nicht ausgleichen kann. Häufig ist das Budget so knapp, dass Praxen für ein paar Tage geschlossen werden müssen oder bestimmte Methoden oder Medikamente nicht zum Einsatz kommen werden, weil hierfür kein Budget mehr frei ist. Weil bei der Behandlung von Privatpatienten hingegen keine Budgetierung erfolgt, können Ärzte hier besser abrechnen. Daher müssen sich die Praxen diese umsatzförderliche, aber rare Kundschaft warm halten. So kommt es zu einer flinkeren Terminvergabe und einer bevorzugten Behandlung in der Praxis, was Kassenpatienten nicht selten sauer aufstößt.

Es gibt mehrere Gründe, warum Kassenpatienten und Privatpatienten wirklich in der Realität unterschiedlich behandelt werden. Es gibt jedoch auch ein Argument, das gegen die Behauptung spricht, privat Versicherte würden besser behandelt werden. Die Zeitschrift Stern hat herausgefunden, dass Ärzte in einigen Fällen mehr Leistungen abgerechnet haben, als für die Behandlung des vorliegenden Leidens erforderlich gewesen wäre. Ein solches Vorgehen ist sicherlich kein Regelfall. Es kann jedoch mit der Problematik der Budgetierung erklärt werden, wonach der Privatpatient derjenige ist, mit dem der Arzt tatsächlich seine Brötchen verdienen kann

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